Wie sieht Musik aus? Wie würde man den Ton einer Geige malen, die jubiliert? Eine angriffslustige Flöte? Ein wütendes Orchester?

Der Kasseler Trickfilmer Thomas Stellmach und die Künstlerin Maja Oschmann betreten mit ihrem aktuellen Projekt Neuland. Sie stellen die Ouvertüre einer Oper in Tusche dar. Eine aufwändige Tüftelei, die sie, und das ist der Clou, filmisch in Bewegung setzen. Das ganze heißt „Virtuos Virtuell“ und setzt dem Kassler Komponisten Luis Spohr ein ungewöhnlich lebendiges Denkmal…
Es ist Tanz von Linien und Tuscheklecksen zu einer Komposition von Luis Spohr – Eine ganz neue Art Musik zu begreifen. Der Oscar prämierte Trickfilmregisseur und großer Geschichtenerzähler Thomas Stellmach und die Malerin Maja Oschmann haben das Experiment gemacht. Die Malerin hat viel Erfahrung in Zeichnen mit Tusche und dem lebendig machen von Musik. Denn dafür braucht man Talent, Fingerspitzengefühl und viel Fantasie. „Das wichtige ist, dass ich die Musik im Ohr hab, dass ich quasi auf dem Rhythmus meine Bewegung finde.“ – „Dadie jada jadam! – zum Beispiel!“ „Und die Idee ist, der Pinsel taucht ins Wasser, – Beija die jadam! – Und dann taucht er auch auf… Also es ist das Timing zur Musik und die Form dass er eine kleine Schlangenlinie macht, die wir uns so ausgedacht haben – vorher“, sagt Maja Oschmann.
Mit Tusche und Pinsel erzählen sie eine Geschichte. Horchen auf das, was in Spohrs Musik passiert. Thomas Stellmach hat die Ouvertüre „Der Alchymist“ ausgesucht, denn sie klingt wie der Disput zweier Charaktere:
„Es waren immer entweder die Flöten oder die Streicher und ich hörte einen Dialog heraus und damit sind diese zwei Charaktere entstanden. Und da gibt es also auch in der Grafik, ein Hin und Her. Und das spitzt sich an, dass dann auch plötzlich beide gleichzeitig zu hören sind. Und damit gibt‘s halt im Bild auch gleichzeitig schon einen kleinen Konflikt der da entsteht.“… sagt Thomas Stellmach.
Ab 1822 war Luis Spohr Hofkapellmeister in Kassel, ein glänzender Komponist und Geiger. Sein Denkmal steht auf dem Kassler Opernplatz. 37 Jahre hat er hier gelebt.

Reuter und Sohn unterstützt dieses großartige Projekt. Wir können Ihnen hier einen kleinen Vorgeschmack zeigen. Die Gesamtlänge des Filmes beläuft sich auf 7:30 min. und kann direkt über die Internetseite www.virtuosvirtuell.com erworben werden.